Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Link zur Österreich Version Link to English Version
  • A
  • A
  • A
Sie sind hier: Startseite Nachrichten des DNEbM Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen

Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen

Teil 1: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Studienergebnisse, -protokoll und -qualität.

The Financing of Drug Trials by Pharmaceutical Companies and Its Consequences: Part 1. A Qualitative, Systematic Review of the Literature on Possible Influences on the Findings, Protocols, and Quality of Drug Trials.

  • Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Berlin: Dr. med. Schott, Dipl.-Biol. Pachl, Prof. Dr. med. Gundert-Remy, Prof. Dr. med. Ludwig
  • Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, HELIOS Klinikum Berlin-Buch: Prof. Dr. med. Ludwig*
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz: Cand. med. Limbach, Prof. Dr. med. Lieb*

* Beide Autoren haben zu der Publikation zu gleichen Anteilen beigetragen.


Hintergrund: Verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass von pharmazeutischen Unternehmen finanzierte klinische Studien zu Arzneimitteln im Vergleich zu unabhängig von den Firmen durchgeführten Untersuchungen häufiger ein Ergebnis haben, das für den Wirkstoff des Pharmaunternehmens günstig ausfällt. Außerdem wurden unterschiedliche Formen der Einflussnahme auf Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen festgestellt. Eine Übersicht über aktuelle systematische Untersuchungen zum Thema soll die derzeitige Datenlage darstellen.

Methode: Literaturstellen einer systematischen Recherche in der Datenbank PubMed (1.11.2002 bis 16.12.2009) wurden durch zwei Mitarbeiter unabhängig voneinander beurteilt, ausgewählt und durch Publikationen aus den Literaturverzeichnissen ergänzt.

Ergebnisse: 57 Publikationen wurden in die Auswertung eingeschlossen (Teil 1 und 2 der Publikation). Veröffentlichte Arzneimittelstudien, die von pharmazeutischen Unternehmen finanziert werden oder bei deren Autoren ein finanzieller Interessenkonflikt vorliegt, ergeben häufiger ein für die Pharmafirma vorteilhaftes Ergebnis als aus anderen Quellen finanzierte Untersuchungen. Außerdem werden die Resultate öfter zugunsten des Sponsors interpretiert als in unabhängig finanzierten Studien. Es zeigten sich Hinweise, dass pharmazeutische Unternehmen das Studienprotokoll zu ihren Gunsten beeinflussen. Die methodische Qualität in von Pharmafirmen finanzierten Studien stellt sich nicht schlechter dar als die Qualität von anders finanzierten Untersuchungen.

Schlussfolgerungen: Bei der Beurteilung eines Arzneimittels führen Angaben aus publizierten Studien, die von pharmazeutischen Unternehmen finanziert wurden, häufig zu einem verzerrten Bild. Dies wird nicht durch die methodische Qualität der Arzneimittelstudien erklärt.

PfeilAuszug aus Dtsch Arztebl Int 2010;107(16):279–85t

Bookmarks
Zuletzt verändert: 23.04.2010