BQS-Newsletter Nr. 2/2010

Aktuelle Nachrichten des BQS-Instituts

 
 
 
 
Deutsches Aortenklappenregister von Herzchirurgen und Kardiologen startete am 1. Juli

Als international einzigartiges Projekt zur Verbesserung der Patientensicherheit startete am 1. Juli das Deutsche Aortenklappenregister.

Das Register ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung (DGK). Das BQS-Institut wurde mit der Umsetzung als Registerstelle beauftragt. Die Homepage des Registers erreichen Sie über www.aortenklappenregister.de.

In dem Register werden systematisch und bundesweit Langzeitdaten zum operativen Aortenklappenersatz und zur kathetergestützten Aortenklappenimplantation erhoben und wissenschaftlich ausgewertet. Ziel des Registers ist es, jedem Patienten die für ihn geeignete Therapie auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse empfehlen zu können.

Die wissenschaftliche, fachliche und organisatorische Unabhängigkeit des Deutschen Aortenklappenregisters wird über die beiden Fachgesellschaften und das als Registerstelle eingebundene BQS-Institut für Qualität & Patientensicherheit gewährleistet. Ferner unterstützen verschiedene Medizinproduktehersteller das Register.

In Deutschland unterziehen sich pro Jahr rund 12.000 Patienten einem herzchirurgischen Aortenklappenersatz. Diese operative Therapie ist der Goldstandard bei der Behandlung von schwerwiegenden Aortenklappenerkrankungen. Seit Kurzem steht mit der kathetergestützten Aortenklappenimplantation jedoch ein Alternativverfahren zur Verfügung, bei dem die Herzklappenprothese unter Zuhilfenahme eines Katheters mit Zugang über die Leistenarterie („transfemoral“) oder über die Herzspitze („transapikal“) eingesetzt wird. Die Anzahl dieser kathetergestützten Aortenklappenimplantationen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen und wird seit diesem Jahr über eine Fallpauschale im G-DRG-Katalog vergütet.

„Die kathetergestützte Aortenklappenimplantation kann allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nur für sehr alte Patienten mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen empfohlen werden, denen eine Operation am offenen Herzen nicht zuzumuten ist“, betonen die wissenschaftlichen Leiter des Registers, der Kardiologe Prof. Dr. Christian W. Hamm aus Bad Nauheim und der Herzchirurg Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Mohr aus Leipzig. „Denn die bisher veröffentlichten Studien zu den Vor- und Nachteilen der kathetergestützten Aortenklappenimplantation im Vergleich zum chirurgischen Aortenklappenersatz sind nicht repräsentativ und zum Teil widersprüchlich. Darüber hinaus sind Aussagen zu Langzeitergebnissen der kathetergestützten Aortenklappenimplantation bisher nicht vorhanden. Erst mit den Ergebnissen des Aortenklappenregisters können Nutzen und Risiken der kathetergestützten Aortenklappenimplantation abgewogen und klare Kriterien für deren Anwendung definiert werden.“

Bis das Register die notwendigen wissenschaftlich-fundierten Aussagen ermöglicht, gelten die Festlegungen eines gemeinsamen Positionspapiers der beiden Fachgesellschaften, dass Entscheidungen zur Durchführung einer kathetergestützten Aortenklappenimplantation gemeinsam von Kardiologen und Herzchirurgen getroffen werden, die Therapie von beiden gemeinsam in Kliniken mit kardiologischer und herzchirurgischer Fachabteilung durchgeführt wird und multimorbiden Menschen über 75 Jahren vorbehalten bleibt.

Selbstverständlich erfolgt die Datenerhebung mit dem Einverständnis und der ausdrücklichen Einwilligung jedes einzelnen Patienten in allen deutschen Krankenhäusern, in denen chirurgische und kathetergestützte Aortenklappenprozeduren durchgeführt werden. Die Nachbeobachtungen erfolgen 30 Tage sowie ein, drei und fünf Jahre nach dem initialen Aortenklappeneingriff.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7400 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) mit der Geschäftsstelle in Berlin vertritt als medizinische Fachgesellschaft seit ihrer Gründung im Jahr 1971 die Interessen der rund 750 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Kardiovaskularchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Darüber hinaus unterstützt die DGTHG Aus-, Weiter- und Fortbildung der deutschen Herzchirurgen, organisiert Fachkongresse, vergibt Stipendien und verleiht Preise. Weitere Informationen unter www.dgthg.de.

 
Internetportal Qualitätskliniken.de mit großer Resonanz gestartet
Im Rahmen des „1. Forums Qualitätskliniken“ wurde das Portal „Qualitätskliniken.de“ für die Öffentlichkeit freigegeben (www.qualitaetskliniken.de).
Das Portal ermöglicht Patienten und der Öffentlichkeit auf komfortable Weise, sich über die Qualität und Struktur der Krankenhäuser in Deutschland zu informieren und hilft ihnen, eine für sie geeignete Institution zu finden. Erstmals werden dabei die medizinische Versorgungsqualität, die Patientensicherheit, die Patientenzufriedenheit wie auch die Einweiserzufriedenheit bei der Bewertung der Krankenhäuser gemeinsam berücksichtigt. Diese vier Qualitätsdimensionen geben der Betreibergesellschaft „4QD - Qualitätskliniken.de GmbH“ ihren Namen. Aktuell beteiligen sich über 150 Krankenhäuser verschiedener Krankenhausträger. „4QD - Qualitätskliniken.de GmbH“ ist ein gemeinsames Unternehmen der Asklepios Kliniken GmbH, der Rhön-Klinikum AG und der Sana Kliniken AG. Das Portal steht jedoch grundsätzlich den Kliniken aller Krankenhausträger offen.
Dargestellte Ergebnisse stammen aus den Verfahren nach §137 SGB V, aus den Abrechnungsdaten nach §21 KHEntgG, validierten Befragungsinstrumenten und Daten der Qualitätsberichte der Krankenhäuser.
Als neutrales Institut zur Realisierung des Portals haben die Betreiber das BQS-Institut beauftragt. Es hat die methodische Erarbeitung des Qualitätsindex, das Datenmanagement und die Auswertungen durchgeführt. Gleichzeitig hat es das Internetportal erstellt und wird dieses auch im Auftrag der 4QD-Qualitätskliniken.de GmbH betreiben und weiterentwickeln.
Das Portal hat eine sehr positive Resonanz gefunden. Es gibt bereits zahlreiche Krankenhäuser, die ihre Teilnahme vorbereiten.
Sowohl in der Darstellung als auch im Bereich der abgebildeten Leistungsbereiche wird „Qualitätskliniken.de“ dynamisch weiterentwickelt und die nächste Version bereits vorbereitet. Zurück
Weitere Informationen zu Qualitätskliniken.de erhalten Sie bei Frau Neudam (4QD GmbH, Tel.: 030 – 32 50 36 – 50 / E-Mail: a.neudam@qualitaetskliniken.de).
Technische Unterstützung erhalten Sie von Frau Ulrike Karsch (BQS-Institut, techsupport@qualitaetskliniken.de).
 
Befragungen nach den Standards der 4QD-Qualitätskliniken.de durch das BQS-Institut
Befragungen nach den Standards der Qualitätskliniken.de können künftig auch durch das BQS-Institut durchgeführt werden, nachdem dieses sich als Befragungsinstitution bei der 4QD-Qualitätskliniken GmbH hat akkreditieren lassen. Diese Befragungen können entweder einzeln oder integriert mit den bisherigen BQS-Befragungen durchgeführt werden. Zurück
Informationen hierzu erhalten Sie bei Frau Franze (040-25407840, e.franze@bqs-institut.de)
 
Patientengetragene Zertifizierung von Myastheniezentren
Die Deutsche Myasthenie Gesellschaft e. V. (DMG) und das BQS-Institut haben die ersten Integrierten Zentren für die Behandlung von Patienten mit Myasthenie zertifiziert (www.myastheniezentren.de).
Die DMG ist eine Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Myasthenie, einer seltenen, chronischen Erkrankung der Nerv-Muskel-Kontaktstelle (www.dmg-online.de). Das Verfahren ist bundesweit das erste von einer Organisation der Patientenselbsthilfe getragene Zertifizierungsverfahren.
Ziel des Projektes ist die Förderung einer integrierten, sektorenübergreifenden Patientenversorgung. Bei der Zertifizierung stehen die Aspekte im Mittelpunkt, welche aus Sicht der Betroffenen besonders relevant sind. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Kriterien der medizinisch-pflegerischen Qualität und der Patientensicherheit bei der Zertifikatserteilung zugrunde gelegt und vor Ort mit den Fachleuten des Zentrums diskutiert. Zertifizierte Zentren berücksichtigen in besonderem Maße Patientensicherheit und Patientenbedürfnisse und können gezielt Verbesserungsmöglichkeiten erarbeiten. Zurück
Informationen hierzu erhalten Sie bei Herrn Dr. Bungard (0211-2807290, s.bungard@bqs-institut.de)
 
Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen – neuer Kurs startet am 6. September 2010
Der nächste Kurs „Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen“ nach dem Curriculum der Bundesärztekammer startet ab dem 6. September 2010. Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen (seminare@bqs-institut.de).
Der Kurs steht Angehörigen aller Berufsgruppen im Gesundheitswesen offen, die nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung bereits einige Jahre Praxiserfahrung haben. Er beinhaltet weiterhin das bewährte Training zum „TQM-Assessor nach EFQM (European Foundation for Quality Management)“.
Die Inhalte und der zeitliche Rahmen des Kurses werden bundesweit anerkannt. In manchen Bundesländern können Ärztinnen und Ärzte auf der Grundlage dieses Kurses zusätzlich die Zusatzbezeichnung „Ärztliches Qualitätsmanagement“ erlangen. Zurück
Informationen hierzu erhalten Sie bei Frau Franze (040-25407840, seminare@bqs-institut.de)
 
Krankenhaus-Ergebnisse der Jahre 2001 bis 2008 verfügbar
Die Ergebnisse der Krankenhäuser im Verfahren der externen Qualitätssicherung nach § 137 SGB V sind ab sofort auf den Archivseiten des BQS-Instituts verfügbar. Folgende Inhalte stehen zur Verfügung:
Der nächste Schritt ist die Überarbeitung der Informationen zu den BQS-Qualitätsindikatoren. Dies wird in den kommenden Wochen geschehen. Danach stehen auch diese Informationen wieder zur Verfügung. Zurück
 
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Kontakt:
BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH
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Geschäftsführer: Dr. med. Christof Veit
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Zuletzt verändert: 05.07.2010