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Stellungnahme des DNEbM zum Memorandum III „Methoden für die Versorgungsforschung“ Teil 2 (Version vom 09.07.2010) des Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung e. V.

Berlin, 26. August 2010. Stellungnahme des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (DNEbM)

 

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 Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) ist korrespondierendes Mitglied des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF). Als eine der Mitgliedsgesellschaften waren wir seitens des Vorstands des DNVF aufgerufen worden, uns sowohl an der Erstellung des Memorandums „Methoden für die Versorgungsforschung“ zu beteiligen, als auch, das Memorandum zu unterzeichnen und damit seine Rezeption und Verbreitung zu unterstützen.

Das DNEbM unterstützt das vorliegende Memorandum nicht.

Die Diskussion innerhalb des Vorstands des DNEbM hat gezeigt, dass das Memorandum hinsichtlich seiner Methodik grundlegende Kriterien der Systematik und Transparenz nicht erfüllt und daher mit dem Selbstverständnis des DNEbM nicht vereinbar ist. Vor dem Hintergrund, dass Mitglieder unseres Vorstands an der Erstellung des Memorandums beteiligt waren, ist diese Entscheidung ausgiebig und kontrovers diskutiert worden.

Das DNEbM bittet das DNVF ausdrücklich darum, diese Nicht-Zustimmung zu kommunizieren und auch bei der geplanten Publikation des Memorandums und seiner „vertiefenden Texte“ deutlich zu machen. Wir heben auf diesen Punkt besonders ab, da bei der Veröffentlichung des Memorandum III (Teil 1) das DNEbM ebenfalls nicht zugestimmt hat, diese Ablehnung aber weder der Publikation des Memorandums zu entnehmen war, noch anderweitig kommuniziert wurde. Die alleinige Auflistung der zustimmenden Fachgesellschaften entspricht einer einseitig verzerrten Darstellung, die ein falsches Bild vermittelt. Die Abstimmungsergebnisse aller Mitgliedsgesellschaften sind darzulegen.


Begründung


Das DNEbM hält Memoranden zur Methodik in der vorliegenden Form weder für erforderlich noch für hilfreich, im Ergebnis sogar für schädlich. Notgedrungen ist die Darstellung der methodischen Sachverhalte in den Memoranden in weiten Teilen stark verkürzt und simplifiziert. Durch diese Verkürzung wird der gegenwärtige Stand der methodischen Diskussion in keiner Weise aufgegriffen, im Ergebnis wird Unklarheit statt Klarheit erzeugt.
Das Memorandum entspricht einer narrativen Übersichtsarbeit oder einem Konsensuspapiers ohne formalisiertes Abstimmungsverfahren. Kennzeichnend ist die unsystematische und nicht nachvollziehbare Auswahl der zitierten Literatur und der erfolgten Abstimmungsprozesse. Wie bei jeder Leitlinie ist eine Darlegung der tatsächlich erfolgten Abstimmungen und ihrer Resultate zu fordern, so dass auch Dissens deutlich werden kann. Die methodische Darstellung im vorliegenden Text entspricht wortwörtlich der Textpassage aus Teil 1 des bereits publizierten Memorandums. Eine Darstellung der tatsächlich erfolgten Prozesse fehlt.
Eine Erklärung zu Interessenkonflikten der Autoren und dem Umgang mit diesen innerhalb der Autorengruppe ist nicht enthalten.
Nach Ansicht des DNEbM ist auf Grund der mangelnden Systematik und Transparenz der angewandten Methodik und der im gesamten Text fehlenden Exaktheit der Formulierungen eine Detailkritik einzelner Aussagen nicht angemessen, wir verzichten daher auf deren Darlegung.

Die methodischen Mängel und die Intransparenz sind im Kontext mit dem Ziel der Autoren zu sehen, die Grundlage für Planungen und Begutachtungen von Studienvorhaben im Bereich der Versorgungsforschung bereit zu stellen.

Das vorliegende Memorandum ist nach Einschätzung des DNEbM als methodische Grundlage für ein umfangreiches nationales Förderprogramm für Versorgungsforschung nicht geeignet.

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Zuletzt verändert: 29.08.2010