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Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL): Was nutzt den Patienten?

IGeL sind ärztliche Leistungen außerhalb des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Auf wissenschaftlicher Basis wurden sie jetzt in einem HTA-Bericht betrachtet (Health Technology Assessment, systematische Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien). Die Autoren untersuchen, welche Daten zu IGeL im ambulanten Bereich vorliegen und welche Aspekte damit verbunden sind. Keinen Nutzen für Patienten finden sie für die beiden häufigsten IGeL: das Screening auf Grünen Star und das vaginale Ultraschall-Screening (VUS) auf Eierstock-/Gebärmutterkrebs. Den vollständigen HTA-Bericht finden Sie kostenfrei beim DIMDI.

IGeL unterliegen generell oder im Einzelfall nicht der Leistungspflicht der gesetzlichen Kassen. Patientinnen und Patienten müssen sie aus eigener Tasche bezahlen. Bislang fehlt eine einheitliche und allgemeingültige Definition und Systematisierung der IGeL. Nach einer Definition der Bundesärztekammer sollten sie aus ärztlicher Sicht notwendig oder empfehlenswert, zumindest aber vertretbar sein und von Patienten ausdrücklich gewünscht werden.

IGeL sind im deutschen Gesundheitswesen mittlerweile weit verbreitet: Jährlich bezahlen Patientinnen und Patienten dafür schätzungsweise 1,5 Mrd. Euro. Es gibt derzeit keine unabhängige Instanz, die Qualität und Angemessenheit von IGeL kontrolliert. Anders als die detailliert festgelegten GKV-Leistungen können sie weitestgehend ohne Kontrolle angeboten und durchgeführt werden. Was fehlt sind Routinedaten, die die Angebote quantitativ und qualitativ erfassen und bewerten.

Der HTA-Bericht

Das Autorenteam des HTA-Berichts verfolgt auf Basis empirischer Primärstudien und Publikationen zu den Rahmenaspekten von IGeL folgende Kernfragen:

  • Was weiß man über Angebot, Inanspruchnahme, Praxis, Akzeptanz, Arzt-Patient-Verhältnis und ökonomische Bedeutung von IGeL im ambulanten Bereich?
  • Welche ethischen, sozialen und rechtlichen Aspekte sind mit IGeL verbunden?

Weitere Informationen:

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Zuletzt verändert: 16.09.2011