Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Link zur Österreich Version Link to English Version
  • A
  • A
  • A
Sie sind hier: Startseite Nachrichten des DNEbM Evidenzbasierte Medizin muss mehr als ein freiwilliges Angebot in der Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung (ZÄPrO) sein!

Evidenzbasierte Medizin muss mehr als ein freiwilliges Angebot in der Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung (ZÄPrO) sein!

Zum aktuellen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung (ZÄPrO) hat das DNEbM unter Federführung der Fachbereiche "Zahnmedizin" und "EbM in Aus-, Weiter- und Fortbildung" eine Stellungnahme verfasst. In dieser Stellungnahme wird die Implementierung der EbM in der zahnärztlichen Ausbildung ausdrücklich begrüßt. Allerdings hält das DNEbM es für erforderlich, Pflichtveranstaltungen für den Erwerb von Basisqualifikationen in EbM zu implementieren. Ein lediglich freiwilliges Angebot im Sinne eines Wahlpflichtfaches - so wie es der Referentenentwurf derzeit vorsieht - kann dieser grundlegenden Zielbestimmung nicht gerecht werden.

Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM) begrüßt ausdrücklich den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Neuregelung der zahnärzt­lichen Ausbildung (ZÄPrO). Mit Anerkennung stellt das DNEbM fest, dass mit diesem Ent­wurf die Evidenzbasierte Medizin (EbM) in die zahnärztliche Ausbildung implementiert wird.

Im §1 (1) der vorgeschlagenen neuen ZÄPrO werden unter dem Abschnitt "Ziele und Gliederung der zahnärztlichen Ausbildung" folgende Inhalte zusammengefasst: "[…] Die zahnärztliche Ausbildung wird auf wissenschaftlicher Grundlage unter Berücksichtigung der Grundsätze einer evidenzbasierten Bewertung medizinischer und zahnmedizinischer Verfahren durchgeführt." An anderer Stelle heißt es: "In der Ausbildung sollen insbesondere die Grundsätze einer evidenzbasierten Bewertung medizinischer und zahnmedizinischer Verfahren vermittelt werden. Dadurch wird dem Zahnarzt bzw. der Zahnärztin ermöglicht, die Weiterentwicklung der Zahnmedizin zu verfolgen, neue Forschungsergebnisse zu interpretieren und in der Patientenbehandlung anzuwenden. Durch eine stärkere wissenschaftliche Ausrichtung der zahnärztlichen Ausbildung wird außerdem die Gewinnung wissenschaftlichen Nachwuchses erreicht und damit zur fachlichen Weiterentwicklung der Zahnmedizin beigetragen."

Mit der Berücksichtigung der genannten Inhalte in die zahnärztliche Ausbildung sind die Voraussetzungen vorhanden, die wissenschaftliche Kompetenz der Studierenden merkbar zu stärken und die Qualität der Patientenversorgung zu erhöhen.

Das Konzept der EbM wurde Anfang der 1990er Jahre als eine Methode zur wissenschafts­gestützten Lehre und Praxis in der (Zahn-)Medizin entwickelt. EbM als Integration der best­verfügbaren Forschungsergebnisse (externe Evidenz) mit der klinischen Expertise sowie mit den Wünschen und Werten der Patienten stellte unweigerlich einen Paradigmenwechsel dar: Weg von der autoritätsbasierten Zahnheilkunde, hin zu einer wissenschaftlich begründeten, nachweisgestützten (Zahn-)Medizin. Ein 2012 durchgeführter Survey weist darauf hin, dass im deutschsprachigen Raum mittlerweile 44 medizinische Fakultäten EbM-Lehrveranstaltungen anbieten. Somit ist es folgerichtig, dass EbM nunmehr explizit auch Ein­zug in die zahnmedizinische Ausbildung erhält.

Die konkrete Realisierung wird im Referentenentwurf wie folgt definiert (S. 3): "Wissen­schaftliches Arbeiten mit den Schwerpunkten Medizinische Biometrie, Medizinische Infor­matik, Literaturrecherche und -bewertung und Evidenzbasierte Medizin wird als Querschnittsbereich eingeführt. Durch das neue eingeführte Wahlfach können die Studierenden an Forschungsthemen und wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden."

Die in §1 bestimmte grundlegende Zielausrichtung des Zahnmedizinstudiums hin zu einer wissenschaftlich-evidenzbasierten Ausbildung macht explizit curriculare Lehre in den Methoden der EbM erforderlich. Ein lediglich freiwilliges Angebot im Sinne eines Wahlpflichtfaches kann dieser grundlegenden Zielbestimmung nicht gerecht werden.

Das DNEbM hält es daher für dringend erforderlich, eigene Pflichtveranstaltungen für den Erwerb von Basisqualifikationen in EbM zu implementieren.

Für die notwendigen Umsetzungen konform zum Nationalen Kompetenzbasierten Lernziel­katalog Zahnmedizin (NKLZ) und dem im Abschluss befindlichen "Curriculum evidenz­basierte Entscheidungsfindung" des DNEbM steht das Netzwerk als Ansprechpartner gerne beratend zur Verfügung.

Zur vollständigen Stellungnahme

Bookmarks
Zuletzt verändert: 22.11.2016