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Viel Lärm um nichts - Ist Choosing Wisely wirksam gegen Überversorgung?

Unter dieser Überschrift setzt sich Gabriele Meyer in der aktuellen EbM-Kolumne mit der Initiative "Choosing Wisely" auseinander, die in Deutschland unter dem Motto "Gemeinsam klug entscheiden" Fuß gefasst hat.

Überversorgung in der Gesundheitsversorgung entsteht, wenn Diagnostik und Therapie durchgeführt werden, die aus medizinischen Gründen nicht notwendig sind, keinen Nutzen versprechen und unwirtschaftlich sind, vielleicht sogar schaden. Überversorgung hat viele Ursachen: Fehlendes wissenschaftliches Denken, Rituale, Überaktionismus, Hilflosigkeit, Vorenthalten von entscheidungsrelevanten Informationen, vermeintliche juristische Absicherung, Erlösrelevanz usw.

Als eine Lösung zur Beseitigung der Überversorgung wird die Choosing-Wisely-Initiative propagiert. Diese Kampagne hat in Nordamerika ihren Ursprung. Medizinische Fachgesellschaften generieren Themen der Überversorgung und fertigen TOP-5-Listen mit Empfehlungen zur Vermeidung von Überversorgung mit Diagnostik und Therapie an. Auch die größte amerikanische Verbraucherorganisation Consumer Reports beteiligt sich und verteilt Choosing-Wisely- Kärtchen mit den fünf wichtigsten Fragen, die Patienten ihrem Arzt stellen sollten: Do I really need this test or procedure? What are the risks and side effects? Are there simpler, safer options? What happens if I don‘t do anything? How much does it cost, and will my insurance pay for it?

In Deutschland hat Choosing Wisely ebenfalls Fuß gefasst und wird mit etlichen Artikeln und Mitteilungen im Deutschen Ärzteblatt und anderswo medial begleitet. Viele medizinische Fachgesellschaften wie die DGIM , DGGG, DGHO, DEGAM haben Projekte gestartet.

Die AWMF hat sich unter dem Motto "Gemeinsam klug entscheiden" der Kampagne verschrieben, ein Manual zum methodischen Vorgehen verfasst und das Einzugsgebiet der Empfehlungen erweitert um Unter- oder Fehlversorgung.

"Viel Lärm" ist zweifelsohne gegeben, aber steht diesem auch ein Nutzen der Kampagne gegenüber?

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Zuletzt verändert: 08.12.2017