Ethik und EbM

Der Fachbereich Ethik und EbM stellt hier fünf Problembereiche vor, die im Rahmen des Fachbereichs diskutiert und gemeinsam bearbeitet werden.

 

Fachbereichsprecher

 

Krones

Harald Schmidt, MA, PhD (cand.)

Sprecherin:

PD Dr. med. Dipl. Soz. Tanja Krones

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Sprecher:

Harald Schmidt, MA, PhD (cand.)

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Inhalte

pfeil.gifZiele und Aufgaben

pfeil.gif5 Problembereiche zur Diskussion

pfeil.gifAktuelle Tätigkeiten und Vorhaben

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Ziele und Aufgaben

 

Der Fachbereich hat grundsätzlich zum Ziel, eine Plattform für die Diskussion und Analyse ethischer Aspekte der evidenzbasierten Medizin auf der Mikroebene der klinischen Versorgung und auf der Makroebene des Gesundheitswesens bereitzustellen. Durch die Zusammenarbeit von Mitgliedern unterschiedlichster Provenienz soll der Dialog zwischen den Bereichen Ethik und EbM gefördert und so zu einer Weiterentwicklung der Inhalte und Methodik der EbM beigetragen werden. Inhalte und Methoden der EbM können so auch in die Diskurse in der Medizinethik hineingetragen werden und die Debatte befördern.

 

5 Problembereiche zur Diskussion

Der auf der Jahrestagung in Witten 2008 konstituierte Fachbereich hat 5 Problembereiche zur Diskussion gestellt, die im Rahmen des Fachbereichs diskutiert und eventuell gemeinsam bearbeitet werden können.

  1. EbM und klinische Professionalität.
    Ethische Grundprinzipien (Patientenautonomie, Gerechtigkeit, Nicht-Schadens-Gebot, Wohltun) und relevante Prinzipien der Selbstverpflichtung von Klinikern (z.B. Kompetenz, Qualitätsentwicklung, Wissenschaftlichkeit, Aufrichtigkeit etc.; cf. Charter of Medical Professionalism) stehen in enger Verbindung mit den Prinzipien der EbM (Systematik, Objektivität, Transparenz, Wahrheit). Welche Aspekte der EbM sind notwendig zur Bestimmung von klinischer Professionalität und wie müssen diese in der Praxis zur Geltung gebracht werden? Welche weiteren ebenfalls notwendigen aber nicht an die EbM gebundenen Aspekte sind relevant, um den Begriff der klinischen Professionalität hinreichend zu definieren?
  2. Die Perspektivenvielfalt zu Chancen-Risiken-Abwägungen.
    Abwägungen (und die sie tragenden Werturteile) von Nutzen- und Schadenpotentialen alter und neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sind abhängig von Voreinstellungen und Perspektiven der verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem (Forscher, Sponsor, Ethikkommission, Kliniker, Patient, BfArM, G-BA, Gesetzgeber etc.). Beispiele für die Differenzen verschiedener Perspektiven geben die kontroversen Diskussionen um verschiedene vom Markt genommene Arzneimittel oder das Mammographie-Screening. Zuerst wären die unterschiedlichen Perspektiven und Orientierungen herauszuarbeiten und ethisch zu prüfen, dann könnten sie auf ihre Auswirkungen auf Entscheidungen im klinischen und Systemkontext analysiert werden.
  3. Ethische Aspekte in HTA Berichten.
    Wie können die klassischen EbM-Prinzipien der Systematik und Transparenz Anwendung finden bei der Identifizierung, Relevanz- und Qualitätsbewertung und Synthese von konzeptionellen und empirischen ethischen Informationen im Rahmen der Erstellung von ethisch sensiblen HTA Berichten?
  4. Evidenz-basierte Ressourcenallokation.
    Die Rationalisierung der Medizin war und ist das primäre Ziel der EbM. Zunehmend wird ihre Bedeutung für die sog. Priorisierung (und dann ggf. auch Rationierung) von klinischen Leistungen und Indikationen betont (z.B. in Schweden und England). In welche ethischen Spannungslagen gerät die EbM auf dem Feld der Evidenz-basierten gesundheitlichen Versorgung (EbHC)?
  5. Der Einfluss von EbM auf die klinische Forschung.
    Welchen Einfluss hat die EbM-Perspektive auf die öffentliche Finanzierung von klinischen Studien? Werden z.B. randomisierte klinische Studien (RCTs) vor den so genannten Practical Clinical Trials (PCTs) in der Finanzierung und in der jeweiligen Entscheidungsfindung zu einseitig bevorzugt? Wie ist es unter Gesichtspunkten von Ethik und EbM zu bewerten, wenn RCTs durchgeführt werden sollen, um Innovationen zu evaluieren, die keinen Nutzengewinn aber eine bessere Kosteneffektivität versprechen?

 

 

Aktuelle Tätigkeiten und Vorhaben

Durch die Sprecher des Fachbereichs Ethik und EbM werden gegenwärtig zwei AGs des DNEbM geleitet. Zu den Inhalten und Tätigkeiten der AGs siehe die Jahresberichte des Fachbereichs Ethik und EbM.

  • AG „QALY“ (Leitung: Tanja Krones, Zürich).
    Auf Beschluss des erweiterten Vorstandes im Januar 2009
  • AG „Methoden und Evidenz zur Regulierung von Interessenkonflikten“ (Leitung: Daniel Strech, Hannover).
    Auf Beschluss des erweiterten Vorstandes im Januar 2010.


Einen Bericht über die aktuellen Tätigkeiten des Fachbereichs und die Vorhaben für das aktuelle Jahr entnehmen Sie bitte dem aktuellen Jahresbericht des DNEbM unter:
http://www.ebm-netzwerk.de/netzwerkarbeit/jahresberichte.

Die Publikationen der Mitglieder finden Sie auch auf der Webseite des DNEbM unter:

http://www.ebm-netzwerk.de/links/suche.

Zuletzt verändert: 21.10.2011