David-Sackett-Preis 2018 an Dr. Felix Hüttner

Dr. Felix Hüttner für die ChroPac Arbeitsgruppe wurde für eine hochrangig publizierte Studie zum Vergleich zweier gängiger operativer Verfahren zur Therapie der chronischen Pankreatitis mit dem Wissenschaftspreis des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin ausgezeichnet.

David-Sackett-Preis 2018 an Dr. Felix Hüttner

Dr. Dagmar Lühmann überreicht die Medaille an Dr. Felix Hüttner

Seit 2008 vergibt das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM) jährlich seinen nach dem EbM-Pionier David Sackett benannten Wissenschaftspreis für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Evidenzbasierten Medizin und Gesundheitsversorgung in Forschung, Lehre oder bei der Verbreitung der Anliegen der EbM.

Der David-Sackett-Preis 2018 wurde am 9. März 2018 im Rahmen der 19. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin in Graz an Dr. Felix Hüttner für die ChroPac Arbeitsgruppe verliehen. Herr Hüttner ist Arzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- & Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg und dort auch als Wissenschaftler im Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie tätig.

Ausgezeichnet wurde eine von der DFG geförderte Studie, die in 18 Krankenhäusern stattfand. Patienten mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung wurden per Zufallsverfahren zwei etablierten operativen Verfahren zugeteilt. Sie erhielten entweder die so genannte Whipple Operation - eine teilweise Entfernung von Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, ggf. Teil des Magens und der Gallenblase - oder ein Verfahren bei dem der Kopf der Bauchspeicheldrüse entfernt wird und der Zwölffingerdarm erhalten bleibt (1). Frühere Studien legten die Vermutung nahe, dass der eher organschonendere Eingriff bessere Behandlungsresultate für die Patienten verspricht. Die ChroPac Arbeitsgruppe konnte diese Vermutung durch ihre Studie nicht bestätigen. Die beiden Studiengruppen unterschieden sich am Ende der Beobachtungszeit nicht im Hinblick auf die Lebensqualität und die Häufigkeit und Schwere von Komplikationen wie zum Beispiel wiederholte Operationen. Die Jury würdigte insbesondere das hohe methodische Niveau der Planung und Umsetzung der Studie, die noch dazu hochrangig im Lancet publiziert ist.

Dr. Michaela Eikermann wies in ihrer Laudatio darauf hin, dass der Preis auch eine Auszeichnung für die kontinuierliche Arbeit des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) in Heidelberg sei, das seit vielen Jahren klinisch-chirurgische Forschung auf Weltniveau praktiziere. Das SDGC trage mit seiner Arbeit zur Verbreitung des EbM-Gedankens und zum Verständnis für methodisch gute Studien bei, sei es durch Aus- und Fortbildungsaktivitäten oder die Einbindung von Kliniken – auch aus dem nicht-universitären Bereich – in Studien, wie im Falle der mit dem David-Sackett-Preis ausgezeichneten Arbeit.

Pressemitteilung

 

(1) Partial pancreatoduodenectomy versus duodenum-preserving pancreatic head resection in chronic pancreatitis: the multicentre, randomised, controlled, double-blind ChroPac trial. DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31960-8

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Zuletzt verändert: 12.03.2018