Welche Halbwertszeit hat medizinisches Wissen?

Der medizinische Fortschritt ist längst nicht so rasant wie gemeinhin angenommen - dieses Fazit zieht die aktuelle EbM-Kolumne von Stefan Sauerland und Siw Waffenschmidt im Journal der KV Hamburg.

Oft liest man, der medizinische Fortschritt sei so rasant, dass sich die Menge medizinischen Wissens binnen fünf Jahren verdoppele. Umgekehrt liege auch die Halbwertszeit medizinischen Wissens bei etwa fünf Jahren. Dies würde bedeuten, dass die Hälfte aller Diagnose- und Therapiemethoden, die vor fünf Jahren noch als evidenzbasierter Standard galten, verlassen werden müssen. Und die Halbwertszeit medizinischen Wissens sei in den letzten Jahrzehnten auch noch immer kürzer geworden.

Das enorme Tempo des medizinischen Fortschritts erfordere daher – neben der ärztlichen Pflicht zur kontinuierlichen Weiterbildung – neue Methoden in der wissenschaftlichen Evaluation dieser Vielzahl von Innovationen. Wer den Fortschritt nicht aufhalten und den Anschluss nicht verpassen wolle, müsse angesichts der ständigen Revolutionen in der Medizin eine sehr offene Haltung gegenüber Neuerungen entwickeln.

Doch woher stammen diese Zahlen zur Kurzlebigkeit des medizinischen Wissens? Und viel wichtiger: Stimmen diese Zahlen überhaupt?...

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Zuletzt verändert: 05.07.2018