Neue EbM-Kolumne erschienen

Die aktuelle EbM-Kolumne im Journal der KV Hamburg befasst sich mit Wirkprinzipien von Placeboeffekten. Ingrid Mühlhauser beschreibt die relevanten Aspekte bei der Bewertung von Maßnahmen zur klinischen Nutzung von Placeboffekten aus der Perspektive der Evidenzbasierten Medizin.

Suggestion, Konditionierung, Erfahrung und Erwartungshaltung können Wahrnehmung und Erleben beeinflussen. Im Laborexperiment lassen sich Placebo- und Noceboreaktionen eindrücklich auf subjektive Parameter wie Schmerz, Stimmung oder Schlaf beobachten. Placeboforscher fordern nun zunehmend, Placeboeffekte auch gezielt in der medizinischen Behandlung zu nutzen. Allerdings stand bisher der Nachweis aus, dass die Übertragung der Mechanismen von Erwartung und Konditionierung als Basisprozesse von Placebo- und Noceboreaktionen in die klinische Anwendung zu einer längerfristigen Verbesserung von objektiv messbaren Krankheitszuständen führen könnte. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat während der letzten Jahre einen Forschungsverbund zur Placeboforschung gefördert. Die Wissenschaftler hatten sich das Ziel gesetzt, den Wirksamkeitsnachweis für Placebobehandlungen zu erbringen. Projektergebnisse wurden inzwischen veröffentlicht (www.placeboforschung.de).

Ein führendes Forschungsmitglied, der Psychologe Prof. Winfried Rief, scheint von seinen Studienergebnissen so sehr überzeugt, dass er in einem kürzlich in der Süddeutschen Zeitung publizierten Meinungsartikel sogar "die Grundfesten der modernen, evidenzbasierten Medizin ins Wackeln" geraten sah. Unter dem Titel "Placebos als bessere Medizin" beklagt er eine Vernachlässigung von Scheinmedizin, Homöopathie und Patientenerwartung, die angeblich helfen könnten zu heilen (SZ, 22.8.2018)...

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Zuletzt verändert: 06.02.2019