Journalistenpreis 2026 an Florian Sturm überreicht – Wissenschaftliches Publikationssystem in der Kritik
Am 30. September 2026 wurde im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung von DEGAM, DGSMP, DGMS und EbM-Netzwerk in Göttingen der Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“ an Florian Sturm verliehen. Ausgezeichnet wurde sein Beitrag „Wie Betrug die Wissenschaft überschwemmt“, der am 30. Dezember 2025 auf Spektrum.de erschienen ist.
Sturm beleuchtet darin das zunehmende Problem gefälschter und manipulierter wissenschaftlicher Publikationen. Er zeigt, wie sogenannte „Paper Mills“ wissenschaftlichen Betrug professionell organisieren und welche Folgen dies für die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse hat.
Die Laudatio hielt die Wissenschaftsjournalistin Dr. Sigrid März, selbst Preisträgerin des Journalistenpreises 2025. Sie würdigte die sorgfältige und umfassende Recherche von Florian Sturm, nahm aber auch das Wissenschaftssystem selbst kritisch in den Blick. Ein zentrales Problem sei die starke Orientierung an der Zahl wissenschaftlicher Publikationen als Maßstab für wissenschaftlichen Erfolg. Der damit verbundene Publikationsdruck schaffe Fehlanreize und könne dazu beitragen, dass Quantität wichtiger werde als Qualität.
Damit griff Sigrid März eine Problematik auf, die das EbM-Netzwerk seit Langem beschäftigt. Bereits die Jahrestagung 2017 stand unter dem Motto „Klasse statt Masse – wider die wertlose Wissenschaft“. Die Recherche von Florian Sturm zeigt, wie aktuell diese Diskussion geblieben ist. Für die evidenzbasierte Medizin ist die Verlässlichkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse eine grundlegende Voraussetzung.
Wir gratulieren Florian Sturm herzlich zu dieser Auszeichnung!
Pressemitteilung zur Preisvergabe mit Link zum Beitrag

v.l.n.r. Prof. Dr. Thomas Kühlein, Dr. Sigrid März, Florian Sturm, Prof. Dr. Nicole Skoetz, © DEGAM / Antje Boysen