Neue EbM-Kolumne erschienen

30.06.2022. In der aktuellen EbM-Kolumne von Stefan Sauerland geht es um Tipps und Tricks zur Suche in MEDLINE.

Der Kern von evidenz-basierter Medizin (EbM) besteht darin, Fragen zur Behandlung individueller Patientinnen und Patienten rasch und verlässlich selbst beantworten zu können. Und wir haben das Glück, in einer Wissensgesellschaft zu leben, in der die Ergebnisse medizinischer Studien nicht mehr in Bibliotheken schlummern und nur von Expertenhand gefunden werden können. 

Heute kann man solche Information an quasi jedem Ort zu jeder Zeit nutzen. Alles was man braucht, ist ein Minimum an Zeit und Erfahrung.
Das Wichtigste ist, diese Option überhaupt einmal auszuprobieren, um auf den Geschmack zu kommen. Wer dann regelmäßiger nach medizinischem Wissen sucht, kann hiermit nicht nur selbst dazulernen, sondern vor allem auch die Behandlung seiner Patientinnen und Patienten verbessern. Wer sucht, der findet!

Als Informationsquelle spielt die Datenbank MEDLINE seit vielen Jahrzehnten eine zentrale Rolle. Über die Pubmed-Website https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/ lassen sich über 30 Millionen Fachartikel durchsuchen. Aktuelle Studienergebnisse, aber auch Leitlinien und andere Evidenzsynthese sind so rasch zu finden – mit dem Computer oder auch mit dem Smartphone. Dass viele Quellen im Volltext nicht kostenfrei zur Verfügung stehen, stört oft wenig, weil das kostenfreie Abstract zum Teil bereits für erste Einschätzungen ausreicht. Für weitergehende und profunde Literaturanalysen braucht man selbstverständlich systematische Literatursuchen und Volltexte, aber hier und im Folgenden soll es allein um Suchen gehen, die „quick and dirty“ erfolgen können.

Weil Indikation und Behandlung im ärztlichen Alltag zentral sind, eignen sich diese Begriffe auch am besten für Pubmed-Suchen. Oft wird man also Krankheit (oder Symptom) und angedachte Therapie (oder Diagnostik) als englische Begriffe in die Suchmaske eingeben. Alles was notwendig ist, sind gewisse Englisch(fach)kenntnisse. Sollte man da unsicher sein, bietet sich ein einfacher Trick in Wikipedia an. Einfach nach dem deutschen Eintrag suchen und dann links nachsehen, ob in der Auflistung „In anderen Sprachen“ noch ein Eintrag in englischer Sprache vorliegt. Sucht man nach ‚Osteo­myelofibrose‘ kommt man zum englischen Eintrag ‚Primary Myelofibrosis‘...

 

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