Neue EbM-Kolumne zum Thema Sturzrisiko-Assessment

23.08.2021. In der aktuellen EbM-Kolumne geht Gabriele Meyer der Frage nach, ob es für das Sturzrisiko-Assessment im Rahmen des DMP Osteoporose bei älteren Menschen eine wissenschaftliche Begründung gibt.

Die Erhebung des Sturzrisikos älterer Menschen wird weit verbreitet empfohlen. Performanz-orientierte Sturzrisiko-Assessments wie der Timed Up and Go, der Chair Rising Test oder der Tandemstand Test sind Bestandteil des geriatrischen Basis-Assessments und finden sich nun auch im neuen Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose (4). Laut DMP Osteoporose sollen Patientinnen und Patienten, die als besonders sturzgefährdet identifiziert
werden, erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. Insbesondere körperliches Training sowie weitere Maßnahmen zur Reduktion von Sturzrisiken sollen angeraten werden. Zudem soll die Indikation von sturzfördernden Medikamenten regelmäßig überprüft werden (4).

Das Sturzrisiko-Assessment entspricht einem Screening und will zwischen Personen mit hoher und geringer Sturzgefährdung unterscheiden. Dem positiven
Screeningbefund würde das Angebot einer sturzpräventiven Maßnahme folgen mit dem Ziel, das Risiko für Stürze und sturzbedingte Verletzungen zu
reduzieren. Im Umkehrschluss würde einem negativen Screeningbefund kein Angebot sturzpräventiver Maßnahmen folgen.

Im DMP Osteoporose allerdings soll allen Osteoporose-Patienten körperliche Aktivität (Bewegung im Alltag sowie körperliches Training) empfohlen werden. Denjenigen mit erhöhtem Sturzrisiko soll das körperliche Training „insbesondere“ empfohlen werden (4). Der Unterschied liegt scheinbar nur im
Nachdruck, mit dem die sturzpräventive Maßnahme empfohlen werden soll. Der Sinn der Durchführung eines Performanz-orientierten Sturzrisiko-Assessments erschließt sich somit nicht...

 

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