Methodik

Hier finden Sie das methodische Grundkonzept der EbM kurz erläutert. Ausgehend von einer klinischen Fragestellung gilt es hierzu Literatur zu suchen, zu bewerten und anzuwenden.

Das PICO-Format dient dazu, klinische Fragen so zu stellen, dass sie mit Ja oder Nein be-antwortet werden können. Hierbei stehen die Buchstaben P für Patient, I für Intervention, C für Comparison (Kontrollintervention) und O für Outcome (Zielkriterium). Ein Beispiel einer klinischen Frage im PICO-Format wäre: „Kann bei Patienten mit unkomplizierten Rückenschmerzen die Einnahme von Paracetamol im Vergleich zu keiner medikamentösen Analgesie eine schnellere Rückkehr zur normalen körperlichen Aktivität herbeiführen?“ Die klare Festlegung auf eine vergleichend gestellte Frage vereinfacht Suche und Auswahl der Evidenz.

 

Über eine Informationsrecherche soll im Rahmen der EbM möglichst schnell möglichst hochwertige Evidenz gefunden werden. Während man in Forschung und evidenzbasierter Gesundheitsversorgung oft sehr umfangreiche Recherchen betreibt, reichen im klinischen Alltag sehr oft einfache, schnelle Recherchen. Hier wird man eher Sekundärquellen (z.B. Leitlinien, systematische Übersichten oder elektronische Lehrbücher) als Primärquellen (Studien in Fachzeitschriften) zur Rate ziehen. An anderer Stelle finden Sie eine Übersicht zu allen wichtigen Quellen der Informationsrecherche.

 

Die kritische Literaturbewertung (critical appraisal) ist unverzichtbar, um die Validität der gefundenen Quellen zu prüfen. Aus der internen Validität der Evidenz, der quantitativen Ergebnissicherheit und der Übertragbarkeit der Evidenz auf die eigene Situation ergibt sich die Gesamtqualität der Evidenz. Je nachdem, ob man eine Primärstudie, eine klinische Leitlinie oder etwas Anderes bewertet, unterscheidet sich die Literaturbewertung. Methodisches Wissen ist hierfür wichtig. Das EbM-Netzwerk stellt verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, die beim Bewerten von Literatur weiterhelfen können.

 

Die klinische Anwendung von Evidenz verlangt den Einbezug vieler anderer Faktoren. Selbst wenn die Evidenz deutlich für oder gegen eine Behandlung spricht, müssen auch die Präferenzen der/des Patienten/in und lokale medizinische Kontextfaktoren berücksichtigt werden. Evidenz ist unverzichtbar, um in der Medizin und den Gesundheitsfachberufen gute Entscheidungen zu treffen, aber die Evidenz allein reicht nicht aus. Die Grundlagen evidenzbasierter Entscheidungsfindung werden in Kursen des EbM-Netzwerks vermittelt


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