EbM-Forum: Wie kann die Evidenz zum Mammographie-Screening verbessert werden?

Am 29. April 2026 von 17:30 bis 19:00 Uhr veranstaltet das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM-Netzwerk) ein weiteres EbM-Forum im Online-Format. Unter dem Titel „Bewertung des Nutzens und Schadens von Krebsfrüherkennungsprogrammen: Perspektiven für das Mammographie-Screening“ widmet sich die Veranstaltung der Frage, wie belastbarere Erkenntnisse zu Nutzen und Schaden erreicht werden können.
  • EbM-Forum: Wie kann die Evidenz zum Mammographie-Screening verbessert werden?
  • 2026-04-29T17:30:00+02:00
  • 2026-04-29T19:00:00+02:00
  • Am 29. April 2026 von 17:30 bis 19:00 Uhr veranstaltet das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM-Netzwerk) ein weiteres EbM-Forum im Online-Format. Unter dem Titel „Bewertung des Nutzens und Schadens von Krebsfrüherkennungsprogrammen: Perspektiven für das Mammographie-Screening“ widmet sich die Veranstaltung der Frage, wie belastbarere Erkenntnisse zu Nutzen und Schaden erreicht werden können.

Mammographie-Screening ist in Deutschland breit etabliert und wurde jüngst auf die Altersgruppen 45 bis 50 Jahre und über 70 bis 75 Jahre ausgeweitet, wobei für die jüngere Altersgruppe die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Kostenerstattung aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung noch aussteht. Gleichzeitig bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich des tatsächlichen Nutzens und potenzieller Schäden – insbesondere im Hinblick auf Überdiagnosen, Langzeitfolgen und differenzierte Effekte in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, z. B. abhängig von individuellen Risikofaktoren oder der Dichte des Brustgewebes. Die bisherige Evidenz stützt sich überwiegend auf Beobachtungsdaten und RCTs, die allerdings überwiegend über 30 Jahre alt und kaum auf die aktuelle Versorgungssituation übertragbar sind. Robuste Studien im heutigen Versorgungskontext unter Berücksichtigung des Fortschritts in Diagnostik und Therapie sind selten.

Das EbM-Forum richtet daher bewusst den Blick nach vorn und fragt: Wie kann sichergestellt werden, dass für künftige Entscheidungen zum Mammografie-Screening-Programm in Deutschland – z. B. zu Screeningintervallen – ausreichend robuste Evidenz vorliegt?

Im Zentrum der Diskussion stehen zentrale methodische Herausforderungen, darunter:

  • Studienkonzepte der Zukunft: Sind randomisiert-kontrollierte Studien im aktuellen Versorgungskontext möglich und notwendig – und für welche Fragestellungen?
  • Berücksichtigung individueller Risiken: Wie kann die Heterogenität von Erkrankungsrisiken, Prognosen und Subgruppen in Evaluationsstudien angemessen abgebildet werden?
  • Relevante Endpunkte: Welche Zielgrößen sind entscheidend, um Nutzen und Schaden valide zu bewerten?
  • Langzeitwirkungen: Wie lassen sich Effekte auf Erkrankungsrisiko, Mortalität und Morbidität über lange Zeiträume zuverlässig erfassen?
  • Routinedaten und Register: Welche Rolle können Krebsregister und andere Datenquellen spielen – und wo liegen ihre Grenzen?
  • Perspektive der Zielgruppen: Wie können Frauen als zentrale Zielgruppe stärker in Forschung und Bewertung einbezogen werden – und wie lässt sich eine verständliche, evidenzbasierte Kommunikation sicherstellen?
  • Evidenz für Entscheidungen: Wie kann gewährleistet werden, dass zukünftige Entscheidungen zum Mammographie-Screeningprogramm in Deutschland auf einer robusteren und transparenteren Evidenzbasis beruhen?

Für diese Diskussion bringt das EbM-Forum Expertinnen und Experten aus Evidenzbasierter Medizin, Epidemiologie und Public Health mit Akteurinnen und Akteuren aus Selbstverwaltung, Gesundheitspolitik sowie der Patientenvertretung zusammen.

Auf dem Podium sind unter anderem vorgesehen:

  • Prof. Dr. André Karch (Universität Münster)
  • Prof. Dr. Alexander Katalinic (Universität zu Lübeck)
  • Prof. Dr. Martin Scherer (UKE Hamburg)
  • Steffi Stegen (BRCA-Netzwerk e.V.– Hilfe bei familiären Krebserkrankungen).

Moderiert wird das EbM-Forum von Dr. Monika Lelgemann.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkreise ebenso wie an interessierte Bürgerinnen, insbesondere mit Engagement in der Patientenvertretung.

Das EbM-Forum ist kostenfrei, eine Registrierung ist erforderlich.

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