30 Jahre Evidenzbasierte Medizin – Keynote des EbM-Netzwerks beim Kongress „Gesundheit gestalten“

04.09.2026. Wie hat sich die Evidenzbasierte Medizin in den vergangenen 30 Jahren verändert – und welche Herausforderungen liegen vor ihr? In der Keynote des EbM-Netzwerks beim gemeinsamen Kongress „Gesundheit gestalten“ blickt Prof. Carl Heneghan von der University of Oxford zurück und nach vorn. Die Keynote findet am 30. September 2026 um 12:30 Uhr statt.

Der Kongress „Gesundheit gestalten – Gemeinsam gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen“ wird gemeinsam von DEGAM, DGSMP, DGMS und EbM-Netzwerk ausgerichtet. Jede der vier beteiligten Fachgesellschaften gestaltet eine eigene Keynote-Session und bringt damit ihre Perspektive auf die zentralen Herausforderungen für Medizin und Gesundheitsversorgung ein.

Für das EbM-Netzwerk spricht Prof. Carl Heneghan, Professor of Evidence-Based Medicine und Direktor des Centre for Evidence-Based Medicine an der University of Oxford. Seine Keynote trägt den Titel „Evidence-Based Medicine at 30: Progress, Limitations, and Future Directions“.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich die Ausgangslage für die Evidenzbasierte Medizin grundlegend verändert: Während zu Beginn der EbM der Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen eine wesentliche Herausforderung war, stehen heute Forschungsergebnisse und medizinische Informationen in kaum noch überschaubarer Menge zur Verfügung. Damit stellen sich neue Fragen: Wie lässt sich verlässliche Evidenz identifizieren und sinnvoll nutzen? Wie kann Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse erhalten oder zurückgewonnen werden? Und welche Rolle sollten Klinikerinnen und Kliniker dabei übernehmen – als Nutzer von Evidenz, aber auch als aktive Mitgestaltende der Evidenzbasis?

Carl Heneghan wird auf Fortschritte der vergangenen 30 Jahre eingehen, aber auch auf weiterhin bestehende Probleme wie Research Waste, selektive Berichterstattung, Interessenkonflikte und die Lücke zwischen Forschung und Versorgungspraxis. Auch der zunehmende finanzielle Druck auf Gesundheitssysteme und die Frage, welchen Beitrag EbM unter begrenzten Ressourcen leisten kann, werden Thema sein. Ein weiterer Blick gilt der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für Forschung, Evidenzbewertung und Gesundheitsversorgung.

Im zweiten Teil der Session werden die Preise des EbM-Netzwerks verliehen:

Der David-Sackett-Preis 2026 geht an Christoph Wilhelm und Felix G. Rebitschek für ihr Forschungsprogramm zum patientenrelevanten Nutzen und Schaden KI-basierter Entscheidungsunterstützung und evidenzbasierter Gesundheitsinformation.

Mit dem Journalistenpreis „EbM in den Medien“ 2026 wird Florian Sturm für seinen bei Spektrum.de erschienenen Beitrag „Wie Betrug die Wissenschaft überschwemmt“ ausgezeichnet. Besonders gewürdigt wird außerdem der Social-Media-Beitrag von Dale-Jasper Kientopf für funk.

Mittwoch, 30. September 2026, 12:30–14:00 Uhr
Kongress „Gesundheit gestalten“, Göttingen
Zur Session des EbM-Netzwerks im Programm

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